Warum weniger Führung immer mehr ist (Teil 2 von 3)
Michael Kres |
3 min
04/10/2026

Liebe Mutmacherinnen und Mutmacher


Wir haben es im letzten Encourager gesehen: wir können uns nur selbst ändern. Das Gute
daran: wir müssen nicht mehr von etwas tun, sondern weniger. Unsere dominanten,
unbewussten Muster beeinflussen unsere Führung. Es geht also nicht darum, unsere
Verhaltensweisen zu verändern, sondern die ihnen zugrundeliegenden Annahmen. Wenn
wir uns unserer Annahmen bewusst werden, kann wirkliche Veränderung stattfinden –
sowohl bei uns, als auch in unserem Umfeld. Ein Bild, das uns bei dieser Überlegung hilft,
ist die mutige Führung.

1. Empathisches Vermeiden

60% der Führungskräfte befinden sich im 1. Quadranten. Viele Führungskräfte haben den
Eindruck, mit ihren Mitarbeitenden „lieb sein“ zu müssen, an ihrer Stelle Konflikte zu
vermeiden oder lösen zu wollen. Ihre Empathie hält sie davon ab, unbeliebte Entscheide zu
fällen. Sie werden so handlungsunfähig

2. Mutige Führung

In diesem Feld kombinieren Führungskräfte Herz und Rückgrat, Mitgefühl und Mut. In
diesem Feld sind Führungskräfte bei sich und wirken glaubwürdig. Sie können schwierige
Entscheide fällen und umsetzen. Gemäss unserer Erfahrung befinden sich ca. 10% der
Führungskräfte in diesem Feld.

3. Ineffizienter Aktivismus

In diesem Feld tun Führungskräfte zwar so, als würden sie Dinge umsetzen. Sie sind
hyperaktiv und füttern ihr Umfeld permanent mit Aufgaben und Tasks, die aber wenig
bewirken. Die Energie der Tätigkeiten verpufft weitgehend. Wirkliche Resultate sind
Mangelware. Durch Aktivismus lähmt man ganze Abteilungen, anstatt sie zu entwickeln. Ca.
20% der Führungskräfte agieren in diesem Feld.

4. Indifferente Umsetzung

In diesem Feld wird zwar umgesetzt und es werden Resultate erzielt. Jedoch gehen diese
oft zulasten der Menschen und sind nicht wirklich nachhaltig. Ca. 10% der Führungskräfte
bewegen sich hier.

Wie also gelangt man ins Feld 2? Indem man weniger von dem tut, was uns davon abhält,
Erfolg zu haben. Führungskräfte im Feld 1 dürfen weniger lieb sein und ihren Leuten
vertrauen. Erwachsene Menschen halten Konflikte sehr wohl aus, wenn man sie mit Herz
und Rückgrat moderiert. Manager im Feld 3 dürfen getrost aufhören, ihre Teams mit
unsinnigen Tasks zu lähmen. Anstatt jeden Tag neue Aufträge zu erteilen und die
Menschen dadurch in die Ohnmacht zu treiben, dürfen sie sich vermehrt die Frage stellen:
«Wozu ist das gut?» Und wenn die Antwort einzig die ist, die Hierarchie zu befriedigen, dann
darf man das dort thematisieren. Es hat noch keine Firma überlebt, die die Hierarchie
befriedigt hat. Zugegeben: manchmal braucht es Manager im Feld 4, etwa bei Sanierungen.
Wenn es aber vordringlich darum geht, sich an Zahlen zu orientieren und man einen
substanziellen Teil seiner Zeit damit verbringt, entsprechenden KPI’s nachzurennen, dann
geht der Blick fürs Wesentliche verloren: Ziele werden durch Menschen erreicht. Wenn die
Menschen den Eindruck haben, keine Rolle mehr zu spielen, dann erreichen sie keine Ziele
mehr. Manager im Feld 4 dürfen also ihren Zahlenfokus etwas reduzieren. Dadurch
nehmen sie Druck aus dem System und lassen die Menschen wieder atmen.

Eine wesentliche Fähigkeit von Führungskräften im Feld 2 ist es, Konflikte zu moderieren.
Wir betonen: moderieren – nicht lösen.

Mutige Grüsse
Michael Kres
ProMove TM

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